OECD akzeptiert Glyphosat-Beschwerde gegen Bayer teilweise

OECD akzeptiert Glyphosat-Beschwerde gegen Bayer teilweise

Juni 23, 2026
1 min. lesezeit

Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hat eine Beschwerde gegen den Bayer-Konzern eingereicht, die nun teilweise durch die deutsche nationale Kontaktstelle für die Umsetzung der OECD-Leitsätze angenommen wurde. Die NGOs werfen Bayer vor, für die Gesundheits- und Umweltprobleme, die mit dem Einsatz von genetisch verändertem Soja und Glyphosat in Lateinamerika verbunden sind, mitverantwortlich zu sein.

Die Beschwerdeführer, die aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas sowie Deutschland stammen, haben auf schwerwiegende Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern in Argentinien hingewiesen. Diese berichten von Atemwegserkrankungen und Krebserkrankungen, die in Verbindung mit dem Einsatz von Glyphosat stehen. Darüber hinaus sind in Brasilien Kontaminationen des Trinkwassers festgestellt worden, und indigene Gemeinschaften sind durch die landwirtschaftliche Expansion gefährdet.

Die NGOs haben im April 2024 beim Bundeswirtschaftsministerium beantragt, zu prüfen, ob Bayer gegen die OECD-Leitsätze, die verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln fördern sollen, verstoßen hat. In ihrer Beschwerde forderten sie Entschädigungen und Maßnahmen zum Schutz vor künftigen Schäden.

Die nationale Kontaktstelle hat nun erklärt, dass die Beschwerde teilweise angenommen wird, insbesondere hinsichtlich der aufgeworfenen Fragen zur Unternehmensverantwortung in Bezug auf Menschenrechte und Umwelt. Ein Mediationsverfahren wurde angeboten, um die Vorwürfe gegen Bayer zu erörtern. Konkrete Schadensfragen oder Schadensersatzansprüche wurden jedoch ausdrücklich ausgeschlossen. Der Bericht der Kontaktstelle hebt hervor, dass die Prüfung wissenschaftlich sei und Fragen zur wissenschaftlichen Beweislage nicht in den Fokus der Mediation gehören.

Bayer hat in seiner Verteidigung auf die Genehmigungen europäischer und US-amerikanischer Behörden verwiesen, die Glyphosat als unbedenklich eingestuft hatten. Die NGOs hingegen argumentieren, dass umfassende Rückstände und gesundheitliche Auswirkungen wie Vergiftungen und Fehlgeburten in den betroffenen Regionen dokumentiert sind.

Die OECD-Leitsätze gelten als der wichtigste Standard für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Während die Kontaktstelle festgestellt hat, dass die Vorwürfe nicht ausreichend substantiiert seien, fordern die NGOs verbindliche Regeln, um Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen. In den USA hat Bayer schweren finanziellen Druck durch zahlreiche Klagen wegen Glyphosat erleben müssen, was zu einem milliardenschweren Vergleich führte.

Die NGOs haben die Entscheidung, wesentliche Fragen der Beschwerde nicht anzunehmen und Bayer nicht zur Verantwortung zu ziehen, scharf kritisiert und das Mediationsangebot abgelehnt. Ihrer Meinung nach erreichen solche Diskussionen über abstrakte Richtlinien keine echten Veränderungen, während die betroffenen Gemeinschaften weiter unter den Folgen der Glyphosat-Nutzung leiden. Die lange Dauer des Verfahrens hat zudem zusätzliche finanzielle Belastungen für die NGOs mit sich gebracht, die im Gegensatz zu Bayer über deutlich weniger Ressourcen verfügen.

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