Das polnische Verteidigungsministerium arbeitet nach Medienberichten vom 28. September 2026 an einer Änderung der Verfahren zum Einsatz von Kampfflugzeugen und Hubschraubern gegen Objekte, die aus Richtung Russlands in den polnischen Luftraum eindringen.
Statt einer bislang erforderlichen visuellen Identifizierung soll künftig eine sogenannte positive Identifizierung ausreichen. Demnach könnten Radardaten die Grundlage für die Entscheidung über einen Waffeneinsatz bilden. Pilotinnen und Piloten müssten sich dem Ziel dann nicht mehr zunächst annähern, um dessen Typ festzustellen.
Nach Darstellung des polnischen Verteidigungsministeriums steht die geplante Änderung mit dem gestiegenen Risiko eines Eindringens von Drohnen in den polnischen Luftraum in Zusammenhang. Die neue Regelung soll es den polnischen Streitkräften ermöglichen, schneller auf mögliche russische Drohnen und Raketen zu reagieren und gefährliche Annäherungen zur visuellen Identifizierung zu vermeiden.
Die bisher geltenden Verfahren wurden laut den vorliegenden Angaben überwiegend während eines Krieges oder im Kriegsrecht angewandt. Die geplante Anpassung würde damit Verfahren auf den regulären Umgang mit möglichen Luftbedrohungen ausweiten, ohne dass ein solcher Ausnahmezustand genannt wird.
In den vorliegenden Einordnungen wird der Schritt als Reaktion auf eine mögliche Ausweitung der Bedrohungen aus Russland bewertet. Für Polen als Mitglied der NATO bedeute dies demnach eine stärkere Ausrichtung der Reaktionsmechanismen auf schnelle Entscheidungen zum Schutz des eigenen Luftraums. Ob und wann die Änderungen endgültig in Kraft treten, geht aus den Angaben nicht hervor.
Bericht zu den geplanten Verfahrensänderungen
