Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Russland angesichts des Verdachts auf einen Lungenpest-Fall zur Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgefordert.
Lauterbach sagte der Rheinischen Post: „Russland muss offen mit den internationalen Gesundheitseinrichtungen, insbesondere der WHO, kooperieren“. Er ergänzte: „Dazu ist Russland verpflichtet“.
Auslöser der Debatte ist der Tod einer 28-jährigen Mitarbeiterin eines Pestforschungsinstituts in der russischen Region Irkutsk. Medienberichte brachten den Fall mit einem möglichen Kontakt zu Pest-Erregern in Verbindung, während russische Behörden erklärten, die Frau sei an einer Lungenentzündung unbekannter Herkunft gestorben.
Nach Angaben aus internationalen Berichten steht die WHO mit den russischen Gesundheitsbehörden in Kontakt und hat weitere Informationen zur Ursache der schweren Erkrankung, zum Erreger und zu möglichen Kontaktpersonen angefordert. Die Organisation bewertet das Risiko für Europa als sehr gering; für die Bevölkerung in Deutschland ergibt sich nach derzeitiger Lage kein erhöhtes Risiko.
Nach den bisher veröffentlichten Angaben wurden zwar Kontaktpersonen identifiziert, Symptome seien bei ihnen bislang aber nicht festgestellt worden. Offen ist weiter, ob es sich tatsächlich um einen Fall von Lungenpest handelt. Die Erkrankung wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht und ist bei früher Diagnose mit Antibiotika behandelbar.
