Greenpeace hat eine vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft in Auftrag gegebene Studie vorgelegt, nach der nitratbelastetes Trinkwasser in Deutschland jährlich knapp 75 Millionen Euro an Kosten für die Behandlung von Darmkrebs verursachen könnte.
Zusätzlich kalkuliert die Untersuchung fast 66 Millionen Euro an indirekten volkswirtschaftlichen Verlusten, wie Greenpeace am Donnerstag mitteilte. Die gesellschaftlichen Kosten durch den Verlust an gesunden Lebensjahren beziffert die Studie auf rund 1,16 Milliarden Euro pro Jahr.
Greenpeace hatte die Untersuchung beim FÖS in Auftrag gegeben. Nach Angaben der Organisation weisen laut Nitratdatenbank etwa zwei von drei Trinkwassermessstellen in Deutschland, konkret 62 Prozent, Werte bei oder über 10 Milligramm Nitrat pro Liter auf.
Der geltende Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Als Hauptursache für verschmutztes Grundwasser gelten hohe Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft.
Greenpeace verweist zudem auf internationale Langzeitstudien, nach denen sich das Darmkrebsrisiko möglicherweise bereits bei Konzentrationen unterhalb des deutschen Grenzwerts erhöht.
