Merkel erkennt Versäumnisse in der Verteidigungs- und Digitalpolitik an

Merkel erkennt Versäumnisse in der Verteidigungs- und Digitalpolitik an

Juni 5, 2026
1 min. lesezeit

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ Versäumnisse in ihrer Amtszeit eingeräumt, insbesondere in den Bereichen Verteidigung, Digitalisierung und Klimaschutz. Merkel bezeichnete den Anstieg der Verteidigungsausgaben als zu langsam und räumte ein, dass rückblickend die Bundeswehr nicht schnell genug auf die Bedrohungen reagiert habe, die durch den Überfall Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 sichtbar wurden.

Die NATO-Mitgliedstaaten hatten 2014 auf einem Gipfel in Wales beschlossen, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Merkel stellte fest, dass es zwar Aufwüchse im Verteidigungsetat gegeben habe, diese jedoch nicht ausreichend schnell umgesetzt worden seien.

Zur Digitalisierung äußerte sich Merkel kritisch und gab an, dass sie mit der Umsetzung der Digitalisierungsziele unzufrieden gewesen sei. Sie verwies auf die Herausforderungen, die die föderalen Strukturen in Deutschland mit sich bringen. Der gegenwärtige Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) werde vor schwierige Aufgaben gestellt, müsse jedoch schnellere Fortschritte erzielen.

In Bezug auf die Klimapolitik äußerte Merkel, dass sie sich intensiv mit den getätigten Maßnahmen zum Klimaschutz auseinandergesetzt habe. Ihrer Meinung nach sei nicht ausreichend gehandelt worden, um dem Vorsorgeprinzip gerecht zu werden.

Merkel kündigte an, kein weiteres politisches Amt anstreben zu wollen. Sie erklärte, dass sie keine Ambitionen für zukünftige Ämter habe und derartige Spekulationen als ärgerlich empfinde. Zudem wies sie Überlegungen zurück, sie könnte im russisch-ukrainischen Konflikt als Vermittlerin auftreten. Merkel betonte, dass Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nur von Personen geführt werden können, die über politische Macht verfügen.

Der Artikel zeichnet ein Bild von Merkel als reflektierter Politikerin, die sich ihrer Entscheidungen während ihrer Amtszeit bewusst ist und die bestehenden Herausforderungen in Deutschland klar benennen kann.

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