Am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel hat das Start-up Germandrones seine Produktion für Überwachungsdrohnen etabliert. Die bekannteste Variante ist der „Songbird“, eine etwa 50 Zentimeter große Drohne, die für den Einsatz im militärischen Bereich konzipiert ist. Nach einem vertikalen Start wechselt sie in den Horizontalflug und kann mit hochauflösenden Kameras bis zu fünf Kilometer Entfernung abdecken. Hierbei setzt Germandrones auf marktverfügbare Komponenten und entwickelt nur Teile in Eigenregie.
Die Entscheidung, sich auf Sicherheits- und Militärtechnik zu fokussieren, wurde Ende 2020 getroffen. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs verzeichnen die Berliner gute Auftragseingänge, was den Umsatz auf einen hohen zweistelligen Millionenbereich steigen ließ. Germandrones hat bereits mehrere Modelle entwickelt, darunter auch eine Transportdrohne sowie ein FPV-Modell, das über eine Virtual-Reality-Brille gesteuert wird.
Am Standort in Tegel, der mit 500 Quadratmetern bald zu klein wird, arbeiten derzeit etwa ein Dutzend Mitarbeiter an der Konstruktion und dem Testen neuer Prototypen. Die nächsten Schritte der Produktentwicklung werden jedoch in der Ukraine stattfinden, um die strengen deutschen Vorschriften zu umgehen.
Die Firma könnte bald in neue Länder expandieren und plant, das Angebot an Drohnen weiter auszubauen. Die zukünftige Version 4.0 des „Songbird“ steht kurz vor der Markteinführung. CEO Klaus Scho betont, dass das Unternehmen stets die Bedürfnisse des Marktes im Blick hat.
Otto Lilienthal würde im Grabe rotieren, wenn er das wüßte.