Wegen des Iran-Kriegs rechnet Klaus Müller, der Chef der Bundesnetzagentur, mit moderaten Preissteigerungen für Gas. „Die Auswirkungen des Iran-Kriegs spüren alle, die an den Börsen Gas beschaffen müssen“, sagte Müller im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Eine dramatische Erhöhung der Preise, wie sie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stattfand, wird jedoch nicht erwartet.
Laut Müller gelten für die meisten privaten Haushalte Preisgarantien von zwölf Monaten oder länger. In Anschlussverträgen könnten zwar Preissteigerungen vorkommen, jedoch nicht in der Dimension wie nach dem Ukraine-Krieg. Er appelliert, Gas sorgsam zu nutzen, da es ein wertvolles Gut sei.
Im Strommarkt sieht die Lage anders aus. Müller stellte fest, dass die Preise dank eines deutlichen Anteils kostengünstiger erneuerbarer Energien sinken. Dieses saisonale Phänomen sorgt für Entlastung bei den Strompreisen.
Die Bundesnetzagentur bewertet die aktuelle Situation differenziert. Während der Gasmarkt von geopolitischen Spannungen betroffen ist, profitieren Verbraucher im Strombereich von stabilen oder sogar sinkenden Preisen.