Deutsche Industrie verlagert Produktion zunehmend nach Ungarn

Deutsche Industrie verlagert Produktion zunehmend nach Ungarn

August 17, 2026
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Deutsche Unternehmen verlagern zunehmend ihre Produktion nach Ungarn, um Kosten zu sparen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Studie der Unternehmensberatung Horvath zeigt, dass fast 60 Prozent der Geschäftsführer deutscher Firmen mit einem Stellenabbau in Deutschland bis 2030 rechnen. Unternehmen setzen verstärkt auf die so genannte „Local-for-Local-Strategie“, bei der Produkte in den Märkten hergestellt werden, in denen sie verkauft werden sollen. Dies soll Unsicherheiten in den Lieferketten und mögliche Zölle umgehen.

Das traditionell starke verarbeitende Gewerbe in Deutschland steht unter Druck. Beispiele wie das Unternehmen KACO im baden-württembergischen Kirchardt zeigen, dass steigende Produktionskosten und sinkende Aufträge den Druck, ins Ausland zu verlagern, erhöhen. Geschäftsführer Gernot-Alois Feiel berichtet von sinkenden Gewinnmargen und hat in diesem Jahr bereits vier Maschinenanlagen nach Ungarn verschoben.

Die Löhne in Ungarn sind ein entscheidender Faktor. Im verarbeitenden Gewerbe liegt der Stundenlohn bei etwa 15,60 Euro, während ein Arbeitsstunde in Deutschland über 49 Euro kostet. Dies macht die ungarischen Standorte für deutsche Unternehmen attraktiv. Zudem wird die ungarische Belegschaft von einem niedrigeren Krankenstand geprägt, was die Produktivität steigert.

Das größte Mercedes-Benz-Werk ist mittlerweile in Ungarn ansässig, wo künftig elektrische Fahrzeuge produziert werden sollen. Auch chinesische Unternehmen wie BYD und CATL investieren in Ungarn und tragen zur Stärkung der dortigen Automobilindustrie bei.

Die Verlagerungen führen zu Besorgnis über die Deindustrialisierung in Deutschland. Feiel äußert, dass die Abwanderung von Produktionsstätten unweigerlich auch ein Verlust des Wohlstands darstellt. In der KACO-Firma konnten in den letzten Jahren 174 Arbeitsplätze abgebaut werden.

In der deutschen Automobilindustrie wird der Kostendruck immer höher, vor allem durch die langen Tarifverträge, die die Unternehmen an einen hohen Lohnstandard binden. Diese sind oft nicht mehr tragfähig im internationalen Wettbewerb, so Feiel, der die Entscheidung zum Austritt aus dem Arbeitgeberverband als essentielle Maßnahme für die Zukunft des Unternehmens bezeichnet. Die Verlagerung nach Ungarn erscheint als einzige Möglichkeit, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dennoch sehen Experten auch Chancen in der Forschung und Entwicklung als Schlüssel zu neuer Wettbewerbsfähigkeit. Investitionen in innovative Technologien könnten langfristig den gewünschten Erfolg bringen und eine Rückkehr zur Stabilität ermöglichen. Der Maschinenbau könnte auch in Deutschland erhalten bleiben, wenn Unternehmen bereit seien, vorrangig dort zu investieren, wo sie stark sind.

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