Die derzeitige Hitzewelle hat die Strompreise in Deutschland deutlich erhöht. An den europäischen Strommärkten steigen die Preise für die Lieferung elektrischer Energie erheblich, vor allem in den Abendstunden. Unternehmen, die in diesen Spitzenzeiten einen hohen Strombedarf haben, sehen sich einem erheblichen Kostendruck ausgesetzt.
Am europäischen Day-Ahead-Markt, der für die Preisbildung am Folgetag entscheidend ist, haben Kraftwerksbetreiber in den vergangenen Tagen für diese Nachfragespitzen teurere Preise festgestellt. Diese Preisentwicklung ist nicht nur auf die höheren Temperaturen zurückzuführen, sondern auch auf den stark gestiegenen Kühlbedarf in zahlreichen Bereichen, darunter Lebensmittelproduktion, Rechenzentren und öffentliche Gebäude.
Die Nachfrage nach Strom bleibt in den Abendstunden besonders hoch, da die Produktion von Solarstrom nach Sonnenuntergang stark zurückgeht. Laut Patrick Schöwe, Pressesprecher von Scholt Energy, führt die Hitze in Kombination mit einer sinkenden Verfügbarkeit von regenerativen Energien zu einem Anstieg der Preise. Dabei müssen konventionelle Kraftwerke einspringen, deren Kosten deutlich höher sind.
In den letzten Tagen wurden an Börsenpreisen von über 70 Cent pro Kilowattstunde gemeldet, wenn die Solarstromproduktion nicht mehr ausreicht. Diese Entwicklung hat vor allem Unternehmen mit dynamischen Stromtarifen hart getroffen, die sich am Marktpreis orientieren. Besonders betroffen sind Unternehmen, die Abends produzieren oder einen konstanten Strombedarf haben, wie in der Industrie oder im Gastronomie- und Hotelsektor.
Die Stromanbieter raten ihren Kunden, den Verbrauch möglichst flexibel zu handhaben. Die steigenden Kosten machen es nötig, energieintensive Tätigkeiten in Zeiten niedrigeren Verbrauchs zu verlagern und alternative Stromspeicher zu nutzen, um Kosten zu minimieren. Auf diese Weise können Unternehmen den Herausforderungen, die durch extreme Wetterbedingungen und Preisschwankungen entstehen, besser begegnen.