KI-Rechenzentren steigern US-Stromverbrauch auf Rekordniveau

KI-Rechenzentren steigern US-Stromverbrauch auf Rekordniveau

August 12, 2026
1 min. lesezeit
von

Rechenzentren für KI-Anwendungen treiben den Stromverbrauch in den USA bis 2027 auf neue Höchststände. Das zeigt eine aktuelle Prognose der US-Energiebehörde (EIA). Im Bundesstaat Texas wurde bereits ein Baustopp für neue Rechenzentren verhängt, um der steigenden Nachfrage entgegenzuwirken.

Hunderte Milliarden Dollar fließen derzeit in den Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Dies hat sowohl Auswirkungen auf den Strommarkt als auch auf die Umwelt. Laut der EIA könnte der Stromverbrauch in den USA bereits in diesem Jahr auf 4.268 Terawattstunden (TWh) steigen, nach einem Höchstwert von 4.195 TWh im Jahr 2025. Für 2027 wird ein weiterer Anstieg auf 4.391 TWh erwartet, angetrieben von den Rechenzentren für KI und Kryptowährungen. Immer mehr Haushalte und Unternehmen nutzen Strom anstelle fossiler Brennstoffe, insbesondere im Hinblick auf Heizen und Elektroautos.

Insbesondere in Texas, wo zahlreiche große Technologieunternehmen wie Google, Microsoft und Amazon neue Rechenzentren errichten, steigt die Nachfrage nach Strom drastisch. In diesem Zusammenhang hat Gouverneur Greg Abbott zu Beginn des Monats einen Baustopp für neue Rechenzentren angeordnet. Dies führte dazu, dass die EIA ihre Prognose für den Strombedarf in Texas von ursprünglich einem Anstieg von 14 Prozent im Jahr 2027 auf lediglich 6 Prozent senken musste.

Parallel zu den Entwicklungen in Texas hat New York bereits im Juli einen ähnlichen Schritt unternommen und den Bau weiterer Hyperscale-Datacenter vorübergehend untersagt. Auch dort versuchen Technologieunternehmen vermehrt, ihren eigenen Strom durch den Bau von Gaskraftwerken oder die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Atomkraftwerke zu erzeugen.

Insgesamt machen Rechenzentren etwa vier bis sechs Prozent des Stromverbrauchs in den USA aus. Gas und Kernkraft sind nach wie vor die wichtigsten Energiequellen. Die EIA schätzt, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix bis 2027 auf 27 Prozent steigen könnte.

In Deutschland stehen vergleichbare Herausforderungen bevor. In Frankfurt, dem Standort der meisten Rechenzentren, wird die Stromversorgung voraussichtlich erst ab Mitte der 2030er Jahre wieder in der Lage sein, große Neubauten versorgen zu können. Umweltschützer warnen zudem vor den erheblichen Wasserressourcen, die zur Kühlung der Server benötigt werden, und die in vielen Regionen der Welt zunehmend knapper werden.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Nicht verpassen

Warum Luxusdüfte häufig hohe Preise erzielen

Warum Luxusdüfte häufig hohe Preise erzielen

Luxusparfüms haben in den letzten Jahren…
Höhere Zinsen auf Tagesgeld: Banken bieten wieder bis zu vier Prozent Zinsen an

Höhere Zinsen auf Tagesgeld: Banken bieten wieder bis zu vier Prozent Zinsen an

Nach Jahren der Nullzinsen haben Banken…
Usbekistan und Aserbaidschan schaffen eine Logistikkette nach Europa an Russland vorbei

Usbekistan und Aserbaidschan schaffen eine Logistikkette nach Europa an Russland vorbei

Usbekistan und Aserbaidschan beschleunigen den Aufbau…