Die Wohnkosten für Studierende in Deutschland haben im aktuellen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Durchschnittlich sind für ein WG-Zimmer nun 520 Euro monatlich zu zahlen, was eine Preissteigerung von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Zahlen stammen aus einer Analyse des Moses Mendelssohn Instituts, das alle 89 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden berücksichtigt hat.
Zum Beginn des Wintersemesters 2025 hatten die Mietpreise erstmals die Marke von 500 Euro überschritten. Der Anstieg der Wohnkosten übersteigt die allgemeine Teuerungsrate, was die Belastung für viele Studierende weiter erhöht. Ein Projektleiter des Instituts, Stefan Brauckmann, wies darauf hin, dass die Wohnkosten schneller steigen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten, was insbesondere Studierende mit begrenzten Budgets stark trifft.
Die Mieten variieren stark zwischen den Regionen. Während in Städten wie München, Hamburg und Berlin hohe Preise von bis zu 650 Euro pro Monat anfallen, müssen Studierende in Sachsen-Anhalt und Sachsen mit deutlich niedrigeren Werten von 358 Euro und 372 Euro rechnen. Dennoch zeigen auch ostdeutsche Hochschulstädte einen Anstieg bei den Mieten, wenn auch von einem niedrigeren Ausgangsniveau.
Zusätzlich zu den steigenden Mieten fordert Brauckmann eine Erhöhung der BAföG-Wohnkostenpauschale, die derzeit bei 380 Euro liegt. Diese Summe deckt in vielen Städten nicht mehr die tatsächlichen Wohnkosten. Eine Anpassung auf etwa 440 Euro würde die Situation nur teilweise verbessern, da viele Studierende weiterhin unter den hohen Wohnkosten leiden.
Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum bleibt für viele Studierende eine Herausforderung. Plattformen wie WG-Gesucht.de berichten von einer hohen Nachfrage nach günstigeren WG-Zimmern, deren Angebote oft am selben Tag bereits vergeben sind. Diese Entwicklungen erschweren die Wohnungssuche erheblich, insbesondere für internationale Studierende, die in einer neuen Umgebung und ohne lokale Netzwerke nach Wohnraum suchen müssen.