CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat vor einer möglichen Verdopplung der Inflation gewarnt, die durch steigende Ölpreise infolge der Iran-Krise ausgelöst werden könnte. In einem Interview mit dem Nachrichtensender „Welt“ äußerte er, dass die aktuelle Entwicklung alarmierend sei. Der Ölpreis sei im Herbst 2025 auf 60 Dollar je Barrel gesunken und habe nun die Marke von 80 Dollar erreicht. Sollte der Preis im Sommer auf 100 Dollar ansteigen, sei es wahrscheinlich, dass die Inflationsrate auf vier Prozent steigen könnte.
Linnemann betonte, dass eine solche Entwicklung erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hätte. Die Europäische Zentralbank stünde dann unter Druck, die Zinsen anzuheben, was die wirtschaftliche Leistung dämpfen könnte. Er bezeichnete die Situation als sehr angespannt und äußerte die Hoffnung, dass der Konflikt im Iran nicht länger andauere.
Die Warnung vor der Inflation erfolgt in einem Kontext, in dem die deutsche Wirtschaft anfängt, sich zu stabilisieren; die Auftragslage in der Industrie verbessere sich, und es gibt vermehrt Unternehmensgründungen sowie positive Direktinvestitionen. Linnemann mahnte jedoch, dass ein Anstieg des Ölpreises auf 100 Dollar direkte negative Folgen für diese wirtschaftlichen Frühindikatoren haben könnte.
Er räumte ein, dass die Politik zwar Maßnahmen zur Entlastung der Industrie auf den Weg bringe, jedoch die Auswirkungen steigender Ölpreise nicht vollständig abgeschottet werden könnten. Dies sei besonders tragisch, da die Konjunktur wieder an Fahrt gewinne und viele Unternehmen in Deutschland positive Entwicklungen verzeichnen würden. Linnemann forderte eine umfassende Vorbereitung auf die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Rückschlags, der durch die externen Preissteigerungen ausgelöst werden könnte.