Die Einkommenslücke zwischen Ost- und Westdeutschland hat sich im vergangenen Jahr erneut erhöht und beträgt nun rund 5.800 Euro. Das mittlere Haushaltseinkommen im Westen lag im Jahr 2025 bei 39.598 Euro, während es im Osten bei 33.764 Euro festgelegt wurde. Die Differenz von 5.834 Euro stellt einen Anstieg von 540 Euro im Vergleich zu 2024 dar.
Kritik an der Entwicklung äußerte Sahra Wagenknecht, Parteigründerin des Bündnisses, die diese Einkommensunterschiede mit einer höheren Arbeitslosigkeit im Osten begründet. Sie bezeichnete es als inakzeptabel, dass ostdeutsche Haushalte im Schnitt fast 6.000 Euro weniger zur Verfügung haben, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass in vielen ostdeutschen Regionen die Lebenserhaltungskosten und Mieten geringer sein könnten. Zudem sei zu beachten, dass Zinseinkünfte und Vermögen im Osten seltener vorkommen, was die Einkommensvergleiche zusätzliche beeinflussen kann.
Die Zufriedenheit ostdeutscher Unternehmen mit der wirtschaftspolitischen Gestaltung durch die Bundesregierung ist laut einer Umfrage des ifo-Instituts gering. Diese vergaben im Durchschnitt eine Note von 4,27. Zum Vergleich: Im Westen betrug die Bewertung 4,14. In der Umfrage äußerten sich 13 Prozent der ostdeutschen Betriebe mit der Note 6 unzufrieden, während dieser Anteil im Westen bei acht Prozent liegt.
Befragte Unternehmen aus der Bauwirtschaft und dem Einzelhandel im Osten bewerteten die Regierung mit durchschnittlich 4,48 und 4,46. In anderen Sektoren wie Industrie und Dienstleistungen gab es hingegen nur geringe Unterschiede zwischen Ost und West.
Das Gesamtergebnis dieser Umfragen zeigt deutlich, dass Reformen in vielen Bereichen dringend erforderlich sind.