Die Bundesregierung hat Israel vor einer umfangreichen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. „Wir fordern unsere israelischen Freunde eindringlich auf, diesen Weg nicht einzuschlagen“, erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag. Die Warnung folgte auf die Berichte über eine „begrenzte und gezielte Bodenoffensive“ der israelischen Armee (IDF) im südlichen Libanon.
Kornelius äußerte, dass eine Offensive die ohnehin angespannte humanitäre Lage in der Region deutlich verschlechtern und zu einem erhöhten Fluchtgeschehen führen würde. Zudem sei die Bundesregierung „enorm beunruhigt“ über die jüngsten Entwicklungen, insbesondere den erneuten Eintritt der Hisbollah in den Konflikt mit Israel. Er forderte die Miliz auf, diesen Kampf einzustellen und die Waffen niederzulegen.
Die Bundesregierung begrüßte Bestrebungen, Gespräche zwischen Israel und dem Libanon „wieder in Gang zu setzen“. Sie forderte Israel auf, zivile Ziele sowie die UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen nicht anzugreifen.
Am Montagmorgen hatte die IDF erklärt, dass ihre offensive Operation mehrere Hisbollah-Kämpfer getötet habe. Diese Maßnahme sei Teil eines Plans, eine „Pufferzone“ zu schaffen und die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze abzuhalten. Vor dem Bodeneinmarsch wurden massive Luftangriffe und Artilleriebeschüsse durchgeführt.
Seit dem 2. März haben israelische Angriffe im Libanon laut dem libanesischen Gesundheitsministerium mindestens 850 Menschen getötet und über 2.100 weitere verletzt.