Trotz umfangreicher Proteste hat der AfD-Parteitag in Erfurt planmäßig um 10.00 Uhr begonnen. Bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Start waren die meisten der etwa 600 Delegierten am Veranstaltungsort, der Erfurter Messe, eingetroffen. Laut Parteiangaben waren um 7.30 Uhr bereits 540 Delegierte vor Ort.
Die Anreise wurde von zahlreichen Demonstrationen begleitet, bei denen Aktivisten unter anderem die Autobahn 71 blockierten, um gegen den Parteitag zu protestieren. Gewerkschaften und Initiativen hatten zu den Protesten aufgerufen; etwa 15.000 Teilnehmer gingen durch die Straßen der Thüringer Landeshauptstadt. Die Polizei, die mit tausenden Beamten im Einsatz war, appellierte an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. An ihrer Seite waren Kräfte aus nahezu allen Bundesländern sowie die Bundespolizei, die auch Wasserwerfer und Pferde bereitgestellt hatte.
Die Blockaden umfassten unter anderem einen Abschnitt der Autobahn 71, der in der Nähe des Erfurter Kreuzes von Protestierenden, die Banner mit der Aufschrift „Kein Frieden mit der AfD“ zeigten, zeitweise gesperrt wurde. Während die A4 zwischen Frankfurt/Main und Dresden nicht betroffen war, kam es auf der A71 zu Verkehrsbehinderungen.
Die ersten Proteste verliefen laut der Erfurter Ordnungsdezernentin Heike Langguth friedlich. An verschiedenen Orten sangen die Demonstranten und entrollten eine große Regenbogenfahne. Manche Aktivisten klebten sich an Straßenbahnschienen fest oder wurden von Polizeikräften von Blockaden entfernt.
Zudem kommt es zu einem Rechtsstreit über eine Verfügung, die bestimmte Straßen für Demonstrationen sperrt. Das Verwaltungsgericht Weimar hatte Bedenken gegen diesen Schritt geäußert, und die Stadt Erfurt hat Beschwerde eingelegt. Die rechtlichen Auseinandersetzungen gehen weiter, während der Parteitag der AfD vor den Hintergrund dieser Proteste und Blockaden stattfindet.