Christine Wunnicke wird mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Die jährliche Ehrung, die zu den bedeutendsten Preisen im deutschsprachigen Raum zählt, wird am 24. Oktober im Staatstheater Darmstadt verliehen. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.
Die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung lobt Wunnickes œuvre und bezeichnet ihre Romane als „brillante Kunst“. Die 59-jährige Schriftstellerin aus München beeindrucke mit ihrer „unbeirrbaren Arbeit eines Vierteljahrhunderts“. Ihre Werke zeichnen sich durch eine souveräne Verbindung von Fiktion und historischem Material aus, wobei sie aktuelle Themen wie Künstliche Intelligenz und Selbstoptimierung thematisiert.
Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels spricht von Wunnickes unverwechselbarer Stimme, die „klug, lakonisch und voller Sprachwitz“ sei. Die Akademie hebt hervor, dass ihre Romane stets historische Figuren in fiktive Rahmen einbetten und so das persönliche und gesellschaftliche Erleben erfahrbar machen.
Wunnicke, die Linguistik, Altgermanistik und Psychologie studierte, debütierte 1998 mit dem Roman „Fortescues Fabrik“. In ihren Arbeiten verarbeitet sie klassische literarische Elemente und schafft es, historische Kontexte lebendig zu halten. Ihr jüngster Roman „Wachs“ landete 2022 erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 verliehen und hat zahlreiche namhafte Autoren gewürdigt. Die Preisträger müssen sich durch ihre literarischen Arbeiten und ihren Einfluss auf das kulturelle Leben des deutschen Sprachraums hervorgetan haben. Der Preis wird von Bund, Land Hessen und der Stadt Darmstadt finanziert und bleibt ein herausragendes Element der deutschen Literaturförderung.