Zum 140-jährigen Bestehen der Deutschen Seemannsmission hat der NDR über die Arbeit des Hamburger Seemannsclubs Duckdalben und die wachsenden Belastungen für Seeleute berichtet. Im Fokus stehen Zeitdruck, schwierige Landgänge und zusätzliche Krisen, die den Alltag an Bord prägen.
Der Seemannsclub liegt direkt am Hamburger Hafen und wird von der Deutschen Seemannsmission betrieben. Dort können sich Seeleute austauschen, Hilfe bekommen, etwa bei benötigten Medikamenten, und Snacks einkaufen.
Am Hafen macht unter anderem die Guayaquil Express fest, ein Containerschiff von rund 300 Metern Länge. Die Besatzung darf vorerst nicht von Bord, weil Proviant übernommen wird und ein Crew-Wechsel ansteht.
Jan Burow, 75 Jahre alt und ehrenamtlicher Helfer der Mission, wollte die Seeleute abholen, wartete aber zunächst vergeblich an der Gangway. Er sagt, früher hätten Schiffe länger im Hafen gelegen; heute blieben sie wegen des schnelleren Be- und Entladens höchstens 36 Stunden.
Die Deutsche Seemannsmission versteht sich als evangelische Seelsorge- und Sozialeinrichtung und ist heute in weltweit 33 Häfen vertreten. Gegründet wurde ihr Vorläufer am 29. September 1886 von evangelischen Vereinen als „Komitee für die kirchliche Versorgung der deutschen Seeleute im Ausland“.
Generalsekretär Matthias Ristau sagte, es sei für Crews manchmal schwierig, die Erlaubnis für einen Landgang zu erhalten. Er verwies zugleich auf Standorte wie Rotterdam und Douala in Kamerun, wo die Mission ein Hotel mit Schwimmbad für Seeleute betreibt.
Ristau sieht Konflikte wie den Krieg an der Straße von Hormus und den Krieg in der Ukraine als zusätzliche Belastung für Schiffsbesatzungen. Eine Mitarbeiterin der Mission spricht nach eigenen Angaben regelmäßig mit Seeleuten über Sorgen, Familienprobleme, Konflikte an Bord und teils auch Traumata nach einem Piratenüberfall.
