AfD-Politiker Tobias Rausch ist in Magdeburg zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Bei der geheimen Abstimmung am Dienstag erhielt er 48 von 82 abgegebenen Stimmen.
Die AfD hat im Landtag 39 Sitze, das BSW fünf. Beide Fraktionen kommen damit zusammen auf 44 Mandate und damit auf vier weniger als die Stimmenzahl, die Rausch erhielt. Wie die zusätzlichen Stimmen zustande kamen, blieb wegen der geheimen Abstimmung offen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Wahl am Mittwoch in Berlin scharf. Er sagte bei einer Veranstaltung von Handelsblatt und WirtschaftsWoche: „Wer seine Stimme der AfD gibt, der spielt das Spiel der Extremisten und er zerstört Glaubwürdigkeit“.
Merz verband den Vorgang mit der Frage, wie die CDU zur AfD Abstand hält. Zugleich rief er SPD und Grüne dazu auf, eine Regierungsübernahme der Linkspartei in Berlin zu verhindern.
Nach Darstellung des Artikels ist Rausch damit der erste Politiker der AfD an der Spitze eines deutschen Landesparlaments. Die Abstimmung lässt jedoch weiter offen, aus welchen Fraktionen die vier zusätzlichen Stimmen kamen.
