Blick auf eine kleine Sandbank in der Nordsee mit einigen Menschen im Wasser.

Geostor und Greenpeace kritisieren deutsche CCS-Pläne für die Nordsee

Oktober 8, 2026
1 min. lesezeit

Das Forschungsnetzwerk Geostor und Greenpeace haben die Pläne der Bundesregierung für den Einsatz von CCS in der Nordsee kritisiert. Nach einer aktualisierten Einschätzung sieht Geostor in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone nur noch ein Speicherpotenzial von 0,5 bis 1,5 Milliarden Tonnen CO2.

Geostor-Chef Klaus Wallmann warnte davor, CCS zur Grundlage der Klimapolitik zu machen, wenn zugleich der Ausbau der erneuerbaren Energien begrenzt werde. Gegenüber Spiegel sagte er: „Es ist problematisch, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu begrenzen und darauf zu hoffen, mit der teuren CCS-Technologie die Klimaziele zu erreichen“.

Wallmann sagte weiter, CCS würde dann zu einem „Feigenblatt für einen ausgebremsten Klimaschutz“. Er sprach sich dafür aus, die Technologie auf Branchen zu beschränken, deren Emissionen sich nicht anders vermeiden lassen, etwa die Zementindustrie.

Nach der aktuellen Analyse veranschlagt Geostor die Kosten für CCS auf 150 bis 250 Euro je Tonne CO2. Das liegt über dem derzeitigen CO2-Preis von rund 74 Euro.

Vor zwei Jahren hatte das Team noch ein Potenzial von bis zu sechs Milliarden Tonnen angenommen. Für die niedrigere Schätzung nennt Geostor unter anderem konkurrierende Nutzungen durch Windparks, Schifffahrtsrouten und Schutzgebiete.

Greenpeace forderte unterdessen eine Überarbeitung der geplanten Carbon-Management-Strategie des Bundes. Der Greenpeace-Experte Karsten Smid sagte, die Strategie beruhe auf aufgeblähten Prognosen für die CO2-Speicherung in der deutschen Nordsee.

Mit dem 2025 beschlossenen Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetz wurde der rechtliche Rahmen für die Infrastruktur ausgebaut. Die Nutzung der Technologie ist für Erdgas nicht ausgeschlossen; zudem können nach Angaben im Text fast alle Industriebranchen außer Kohlekraftwerken Fördermittel beantragen.

CCS steht für die Abscheidung, den Transport und die dauerhafte Speicherung von Kohlendioxid. Die Technologie gilt vor allem für Emissionen als vorgesehen, die sich technisch nur schwer vollständig vermeiden lassen.

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