Nach jahrelanger Ablehnung: Impfskeptiker Mercola revidiert Haltung zu Vitamin-K-Spritze
Nach jahrelanger Ablehnung: Impfskeptiker Mercola revidiert Haltung zu Vitamin-K-Spritze

Nach jahrelanger Ablehnung: Impfskeptiker Mercola revidiert Haltung zu Vitamin-K-Spritze

Juni 13, 2026
2 min. lesezeit

Dr. Joseph Mercola, einer der bekanntesten Impfskeptiker der USA und Unterstützer von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., hat seine langjährige Position zur Vitamin-K-Spritze für Neugeborene aufgegeben. In einem Artikel auf seiner Website erklärte Mercola im April, dass er die Spritze nun befürworte. „Die Daten sind klar: Vitamin K rettet Leben“, schrieb er. Der Positionswechsel erfolgte, nachdem ProPublica für eine Recherche zu Todesfällen von Babys Kontakt zu ihm aufgenommen hatte, deren Eltern die Spritze abgelehnt hatten.

Wissenschaftlicher Konsens seit Jahrzehnten

Mercola hatte Eltern mehr als ein Jahrzehnt lang vor der Spritze gewarnt und sie als „völlig unnötig“ bezeichnet. Nun erklärte er, dass sich die wissenschaftliche Debatte seit seinem umstrittenen Artikel von 2010 weiterentwickelt habe. „Die Wissenschaft ist vorangeschritten, und ich bin mitgegangen“, schrieb er. Die Vitamin-K-Spritze wird seit 1961 von der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie empfohlen. Ohne sie ist das Risiko für lebensgefährliche Blutungen bei Säuglingen 81-mal höher. Laut Studien und Krankenhausdaten ist die Zahl der Eltern, die die Spritze ablehnen, in den USA alarmierend gestiegen, was auf Fehlinformationen in sozialen Medien zurückgeführt wird.

Mercolas frühere Argumente und deren Widerlegung

In seinen früheren Beiträgen hatte Mercola unter anderem behauptet, die Spritze verursache unnötige Schmerzen, enthalte giftige Konservierungsstoffe und die Dosis sei zu hoch. Tatsächlich wird Benzylalkohol als Konservierungsmittel verwendet, das nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC jedoch sicher ist. Die sogenannte Black-Box-Warnung auf dem Medikament bezieht sich auf intravenöse Gaben bei Erwachsenen, nicht auf die übliche Injektion in den Oberschenkel von Neugeborenen. Mercola hatte bereits 2010 eine veraltete Krebsangst widerlegt, die auf zwei widerrufenen Studien beruhte. In seinem neuen Artikel betonte er erneut, dass Krebs kein Risiko darstelle.

Weiterhin Zweifel von anderen Akteuren

Trotz Mercolas Kehrtwende verbreiten andere Ärzte und Aktivisten weiterhin Zweifel. Dr. Suzanne Humphries, eine bekannte Impfgegnerin, bezeichnete die Spritze in einem Interview als unnötig und berief sich auf die längst widerlegten Krebsstudien. Auch Brian Hooker von der von Kennedy gegründeten Organisation Children’s Health Defense fordert mehr Forschung und äußert Bedenken wegen Aluminiumgehalts – obwohl die CDC Aluminium in Impfstoffen seit Jahrzehnten als sicher einstuft. Kennedy selbst, mittlerweile US-Gesundheitsminister, äußerte sich auf Nachfrage nicht zur Vitamin-K-Spritze, was bei Experten für Skepsis sorgt.

Politische Reaktionen und Auswirkungen auf Vertrauen

Die demokratische Abgeordnete und frühere Kinderärztin Kim Schrier konfrontierte Kennedy im April bei einer Anhörung mit den Folgen der Impfskepsis: Sie berichtete von Hirn- und Darmblutungen bei Neugeborenen, die sie zuvor nie gesehen habe. Schrier forderte Kennedy auf, sich öffentlich für die Spritze auszusprechen – vergeblich. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums verwies auf die CDC-Empfehlung und räumte ein, dass das Vertrauen in Gesundheitseinrichtungen gesunken sei, insbesondere nach der Pandemie. „Vertrauen wiederherzustellen erfordert Ehrlichkeit, informierte Einwilligung und Respekt für individuelle Entscheidungen“, hieß es. Schrier zeigte Verständnis für verunsicherte Eltern, die mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert seien, warnte aber vor den realen Gefahren, wenn lebenswichtige Maßnahmen abgelehnt werden.

11 Comments Kommentar hinzufügen

  1. Mercola hat sich doch tatsächlich umgedreht – und das nach über zehn Jahren, in denen er die Spritze als „unnötig“ bezeichnet hat. Das wirkt etwas unglaubwürdig, wenn man bedenkt, wie stark er damals dagegen war. Vielleicht hat er endlich die richtigen Daten gesehen – oder einfach nur den Druck gespürt.

  2. Mercola hat sich tatsächlich umgedreht – aber warum erst jetzt? Es ist auffällig, wie schnell die Meinung wechselt, wenn man in die Ecke gedrängt wird. Ob das wirklich echte Erkenntnis oder nur PR ist?

  3. Interessant, dass auch jemand wie Mercola den Kopf verdreht, nachdem ProPublica auf die Tragik der Babys eingewirkt hat, die ohne die Spritze gestorben sind. Das Argument der „weiterentwickelten Wissenschaft“ wirkt hier zumindest ehrlicher als seine früheren Behauptungen über giftige Konservierungsstoffe oder unnötige Schmerzen. Es zeigt doch einfach, dass Fehlinformationen in sozialen Medien immer noch riesiges Chaos stiften, wenn Leute wie Humphries weiterhin alte Mythen streuen.

  4. Ich muss widersprechen, da Ihr Kommentar thematisch völlig von dem Artikel abweicht; dieser befasst sich ausschließlich mit dem Spannungsfeld zwischen Gedenkstätten für Deportierte und dem neuen Denkmal für gefallene Soldaten in Jakutsk. Es gibt hier keinen Bezug zu medizinischen Fehlinformationen, Dr. Mercola oder Impfdebatten, sodass Ihre Argumentation für diesen spezifischen Text irrelevant ist. Stattdessen sollten wir uns auf die tatsächliche politische Symbolik und die schwierige Geschichte des russischen Nordostens konzentrieren, die in der Reportage behandelt wird.

  5. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den von Ihnen zitierten Artikel korrekt verstanden habe, da es dort um die Ausschreibung der EU für sieben KI-Gigafabriken geht und nicht um Denkmäler in Jakutsk. Möglicherweise haben Sie einen ganz anderen Text vor Augen, denn hier stehen technologische Investitionen und die industriellen Ziele der Europäischen Union im absoluten Mittelpunkt. Wenn wir wirklich über das neue KI-Geschäft sprechen wollen, wäre es hilfreich, wenn wir uns auf diese konkreten wirtschaftlichen und technologischen Aspekte konzentrieren.

  6. Gerne korrigiere ich Andreas K. in Bezug auf den von mir zitierten Artikel, denn dieser bezieht sich eindeutig auf den russischen Verbandschef und die FIS, nicht auf die EU-Ausschreibung für KI-Gigafabriken. Der Kern des Textes ist vielmehr das Interesse daran, Wettkämpfe wieder nach Russland zu bringen, was nichts mit technologischen Investitionen oder Industriefabriken zu tun hat. Es scheint, dass hier ein Missverständnis über den behandelten Sachverhalt besteht, da die genannten Details kaum in die genannte EU-Strategie passen.

  7. Das ist schon mal ein wichtiger Meilenstein, dass sogar Impfskeptiker wie Mercola sich neu orientieren. Hoffentlich führt das zu mehr Aufklärung und weniger Fehlinformationen im Internet. Die Statistik von 81-mal höherem Risiko für lebensbedrohliche Blutungen ohne die Vitamin-K-Spritze spricht selbst für skeptische Eltern sicherlich einiges an.

  8. Es ist wirklich bemerkenswert zu sehen, wie sich eine solche große Stimme endlich den wissenschaftlichen Fakten beugt, nachdem jahrelange Fehlinformationen so viele Eltern verunsichert haben. Besonders bedenklich ist, dass sich die Zahl der Ablehnungen trotz der klaren Daten von der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie weiter steigert. Es fühlt sich für die betroffenen Familien an, als wären sie mit ihrer vernünftigen Entscheidung für die Sicherheit ihrer Kinder allein gelassen worden.

  9. Das Zitat von Claudia H. passt thematisch gar nicht zu dem Artikel, der hier besprochen wird, denn dieser handelt von der Forderung der SPD, Abschiebungen nach Afghanistan einzustellen, nicht von Impfentscheidungen. Vielleicht wurde der Kommentar versehentlich im falschen Thread gepostet oder es liegt eine Verwechslung mit einem anderen Beitrag vor. Solche inhaltlichen Diskrepanzen erschweren eine sinnvolle Debatte über die tatsächlichen politischen Vorgänge im Text.

  10. Vielleicht liegt ja ein Missverständnis vor, denn der Artikel handelt explizit von der Transformation des Gedankenguts an deportierte Menschen hin zu einem neuen Denkmalskulptur für einen Gefallenen im Krieg gegen die Ukraine. Claudia H.’s Zitat trifft hier genau den Kern dieser symbolischen Verschiebung und des sich wandelnden politischen Narrativs, das im Text detailliert beschrieben wird. Es ist daher keineswegs themenfremd, sondern eine treffende Einordnung dessen, worum es in dem Beitrag geht.

  11. Das stimmt so leider nicht, denn der Artikel befasst sich doch explizit mit der systematischen Ausbeutung ukrainischer Geflüchteter durch lettische Arbeitgeber, nicht mit einem neuen Kriegedenkmal. Zitat Claudia H. dient hier vielmehr als Beleg für die prekäre Lage der Betroffenen, deren Schutzbedürftigkeit gerade wirtschaftlich instrumentalisiert wird. Die Deutung eines themenfremden politischen Narrativs ignoriert einfach die harte Realität, die der Beitrag schildert.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Nicht verpassen