Die Alternative für Deutschland (AfD) hat auf ihrem jüngsten Bundesparteitag in Erfurt die co-vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla im Amt bestätigt. Weidel erhielt 81,3 Prozent der Stimmen, was einer leichten Verbesserung im Vergleich zur letzten Wahl entspricht, während Chrupalla nur rund 70 Prozent erhielt, was einen deutlichen Rückgang zu den 83 Prozent von 2024 darstellt. Insgesamt gab es keine Gegenkandidaten.
Während des Parteitages blieben größere inhaltliche Streitigkeiten aus. Ein Antrag zur Überarbeitung der Unvereinbarkeitsliste der AfD, die die Aufnahme ehemaliger Mitglieder extremistischer Gruppen verhindert, wurde nicht diskutiert. Stattdessen sprach Weidel sich dafür aus, dass der neue Parteivorstand sich der Angelegenheit annehmen sollte. Der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke zog den Antrag daraufhin zurück.
Weidel und Chrupalla leiten die AfD seit Sommer 2022. Die AfD sieht sich einem „Superwahljahr“ 2026 gegenüber, mit bevorstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In Sachsen-Anhalt führt die AfD derzeit in Umfragen mit über 40 Prozent. Die Partei steht laut dem Verfassungsschutz in mehreren Bundesländern unter Beobachtung wegen ihrer rechtsextremistischen Bestrebungen.
Sein Vizeposten wird mit drei neuen Gesichtern besetzt. Stefan Möller, ein Vertrauter Höckes, erhält 76,54 Prozent, während die bayerische Co-Vorsitzende Katrin Ebner-Steiner mit knapp 56 Prozent gewählt wird. Der dritte Vizeposten geht an Sven Tritschler aus Nordrhein-Westfalen, der 50,7 Prozent erhielt. Hannes Gnauck wurde zum neuen Bundesschatzmeister gewählt.
Die Parteitagsereignisse wurden von umfangreichen Protesten begleitet, an denen laut Polizei mehr als 30.000 Menschen teilnahmen. Trotz Blockaden auf Zufahrtsstraßen reisten viele Delegierte bereits in den frühen Morgenstunden an und der Parteitag begann ohne Verzögerungen. Chrupalla eröffnete die Sitzung mit einem Kommentar über die Protestierenden, während Weidel die Anwesenden zur Mobilisation unter dem Schwarz-Rot-Gold aufrief.
In der Debatte um die Identität Deutschlands äußerte Höcke den Wunsch nach „Heilung“ und einem Wiederfinden der nationalen Identität. Währenddessen bemüht sich Chrupalla, Differenzen in der Partei zu überbrücken, betont die Gleichwertigkeit der verschiedenen deutschen Regionen und kritisiert eine im Westen wahrgenommene Verlust des nationalen Selbstverständnisses.