Die Schweizer Bevölkerung hat sich in einer Volksabstimmung gegen die drastische Kürzung des Rundfunkbeitrags ausgesprochen. Laut ersten Hochrechnungen des Instituts GfS Bern votierten am Sonntag 62 Prozent der Teilnehmer gegen die SRG-Initiative, während lediglich 38 Prozent für die Vorlage stimmten.
Die Initiatoren der Initiative forderten, die Medienabgabe für Privathaushalte auf 200 Franken pro Jahr zu begrenzen und Unternehmen von der Abgabepflicht zu befreien. Der aktuelle Beitrag beträgt 335 Franken jährlich und soll gemäß den bisherigen Gesetzesplänen auf 300 Franken sinken. Die Befürworter argumentierten, dass eine Senkung des Beitrags für die Bürger eine finanzielle Entlastung darstelle und doppelte Belastungen für Unternehmen beseitigen könne. Dagegen warnten die Gegner, dass eine Reduzierung zu einer Verschlechterung der regionalen Berichterstattung führen würde. Bundesrat, Parlament und Ständerat hatten die Initiative zur Ablehnung empfohlen.
Zusätzlich zu der Abstimmung über die SRG-Initiative wurde auch über drei weitere nationale Vorlagen entschieden. Die Abstimmung umfasste eine Reform des Steuersystems mit Blick auf die Individualbesteuerung, eine Klimafonds-Initiative sowie die Festschreibung der Verfügbarkeit von Bargeld in der Verfassung. Der Gegenentwurf von Bundesrat und Parlament zur Bargeldinitiative wurde mit 73 Prozent deutlich angenommen. Bei der Individualbesteuerung zeichnet sich mit 56 Prozent eine Mehrheit ab. Die anderen Initiativen wurden nicht angenommen.