Die Schweizer Bevölkerung hat in einer Volksabstimmung am Sonntag, den 14. Juni 2026, deutlich gegen die Initiative „Keine 10-Millionen-Schweiz“ votiert. Laut ersten Hochrechnungen des Instituts GfS Bern lehnten 55 Prozent der Wähler die vorgeschlagene Beschränkung der Einwanderung ab, während 45 Prozent dafür stimmten.
Die Initiatoren der Initiative hatten beabsichtigt, die Zuwanderung in die Schweiz zu limitieren und die Bundesverfassung um einen Artikel zur „nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung“ zu ergänzen. Demnach sollte die ständige Wohnbevölkerung bis 2050 nicht mehr als zehn Millionen Menschen betragen. Bei einer Überschreitung von 9,5 Millionen wurde die Einleitung von Maßnahmen wie die Verweigerung von Niederlassungsbewilligungen für vorläufig Aufgenommene und Einschränkungen im Familiennachzug vorgeschlagen. Zudem war eine Aufkündigung des Personenfreizügigkeitsabkommens mit der EU vorgesehen. Der Bundesrat und das Parlament hatten empfohlen, die Initiative abzulehnen.
Zusätzlich stimmten die Schweizer Wähler über Änderungen des Zivildienstgesetzes ab. Auch hier ergab die erste Auszählung ein knappes Ergebnis: 53 Prozent der Teilnehmer befürworteten die Gesetzesänderungen, die einen erschwerten Wechsel von der Armee zum Zivildienst zur Folge hätten. Der Bundesrat und das Parlament hatten auch diese Änderungen zur Annahme empfohlen, während das Referendum von den Jungen Grünen und dem Zivildienstverband initiiert wurde.
Die Entscheidungen der Wähler reflektieren die aktuelle Haltung zur Zuwanderung und den sozialen Rahmenbedingungen in der Schweiz. Die Entwicklungen in diesen Abstimmungen könnten auch Auswirkungen auf die politische Landschaft des Landes haben.