Die deutschen Fußballerinnen starten mit dem Heimspiel gegen Australien in Karlsruhe in ihre WM-Saison und richten den Blick bereits auf die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Für Bundestrainer Christian Wück steht dabei auch die Erweiterung des Kaders im Mittelpunkt.
Vor der Partie am Freitag um 20.30 Uhr im ZDF und dem anschließenden Spiel gegen Japan am Dienstag in Bremen ist der Medienandrang beim Training in Eppelheim überschaubar. Wück kann seine Arbeit damit vergleichsweise ungestört fortsetzen.
Der größte personelle Rückschlag ist der Ausfall von Kapitänin Giulia Gwinn. Deutschland geht als Nummer drei der FIFA-Weltrangliste in die beiden Tests, nur Weltmeister Spanien und die USA liegen davor, Europameister England dahinter.
DFB-Direktorin Frauenfußball Nia Künzer verwies auf die jüngsten Erfolge mit Olympia-Bronze, dem EM-Halbfinale und dem zweiten Platz in der Nations League. Der EM-Halbfinalist von 2025 sieht diese Ergebnisse vor allem als Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung.
Im Frühjahr steht die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles an, für Ende November ist zudem eine Reise nach Amerika geplant. Die kommenden Monate sollen genutzt werden, um sich gezielt vorzubereiten.
Wück will den Kreis der Nationalspielerinnen schrittweise erweitern. Eine Chance könnte Lisa Baum erhalten, die im Sommer für 600.000 Euro von RB Leipzig zum FC Arsenal wechselte und dort regelmäßig in der Women’s Super League zum Einsatz kommt.
Für den Bundestrainer zählt dabei vor allem Einsatzzeit. „Sie sei im Fußball die wertvollste Währung“, betonte Wück. Insgesamt stehen sechs deutsche Spielerinnen bei englischen Clubs unter Vertrag, elf Kaderplätze entfallen auf Spielerinnen ausländischer Vereine.
Auch Carlotta Wamser hat sich nach ihrem Wechsel von Bayer Leverkusen zu Manchester City schnell etabliert. Die Außenverteidigerin könnte wegen Gwinns Verletzung eine wichtige Rolle übernehmen.
Wück sagte außerdem, die Mannschaft habe das Vertrauen, künftig auch Spanien und England schlagen zu können. Die enttäuschende Vorrunde bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien soll dabei nicht mehr prägend sein.
