In der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie ist ein neuer Tarifvertrag beschlossen worden. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) einigten sich auf eine Entgelterhöhung von insgesamt 4,5 Prozent sowie auf Zahlungen zur Beschäftigungssicherung für rund 585.000 Mitarbeiter. Nach zweitägigen Verhandlungen in Bad Breisig wurde diese Einigung am 25. März 2026 bekannt gegeben.
Der neue Tarifvertrag umfasst eine Erhöhung um 300 Euro pro Person für 2026, gefolgt von weiteren 2,1 Prozent Erhöhung im Jahr 2027 sowie einer zusätzlichen Zahlung von 300 Euro zur Sicherung der Arbeitsplätze. Im Jahr 2028 steigt das Entgelt um weitere 2,4 Prozent. Diese Maßnahme soll die in der Branche infolge des Ukraine-Kriegs entstandene finanziellen Belastungen mildern.
IGBCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis bezeichnete den Abschluss als Resultat intensiver Verhandlungen. BAVC-Präsidentin Katja Scharpwinkel betonte, dass der Tarifvertrag eine gemeinsame Verantwortung in schwierigen Zeiten demonstriere. Die Arbeitgeber hatten auf die kritische Lage der Branche verwiesen, die sich durch sinkende Produktionszahlen und geringe Auslastung auszeichnet.
Die Sicherungsbeiträge werden in einen bestehenden Demografiefonds der Branche fließen, der nun um Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung erweitert wird. Unternehmen, die nicht wesentlich von der Krise betroffen sind, können die Tariferhöhungen um drei Monate vorziehen. Vassiliadis forderte die Politik auf, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche langfristig zu gewährleisten.
Der Tarifvertrag tritt mit einer Laufzeit von 27 Monaten in Kraft.