Der frühere Außenminister Joschka Fischer warnt die CDU vor einer potenziellen Koalition mit der AfD. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ äußerte er Bedenken über interne Diskussionen innerhalb der CDU, die eine Zusammenarbeit mit der rechtsgerichteten Partei in Erwägung zögen. Fischer argumentiert, dass eine solche Koalition zum Untergang der CDU führen würde, was die politische Landschaft Deutschlands erheblich destabilisieren könnte.
Er verweist auf den Niedergang der italienischen Democrazia Cristiana als warnendes Beispiel für die CDU. Fischer ist skeptisch gegenüber den Aussagen des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, der eine Koalition mit der AfD ausschließen will. Neben der politischen Instabilität betont er, dass die AfD in Regierungsverantwortung eine Bedrohung für die deutsche Demokratie darstellt. Ihre Forderung nach Re-Nationalisierung wäre die größte innenpolitische Herausforderung und könnte das internationale Vertrauen in Deutschland untergraben.
Fischer nennt die Vorstellung eines AfD-Ministerpräsidenten, insbesondere in Sachsen-Anhalt, besorgniserregend. Er führt aus, dass eine solche Regierung die Kultur- und Wissenschaftsfreiheit in Frage stellen und die Unabhängigkeit der Justiz gefährden könnte. Der mögliche Ausgang der Wahlen in Sachsen-Anhalt im September, wie es die Umfragen zeigen, hätte ebenfalls weitreichende Konsequenzen. Fischer warnt, dass eine Machtübernahme der AfD Fragen aufwerfen könnte, die Deutschland in ein negatives Licht rücken.
Joschka Fischer war von 1998 bis 2005 der erste grüne Außenminister und Vizekanzler Deutschlands. Zuvor hatte er von 1985 bis 1987 als Umweltminister in Hessen gedient.