Grünen-Chefin Franziska Brantner hat eine europäische Friedensinitiative für die Ukraine gefordert. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erklärte sie, Deutschland müsse gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, Polen und weiteren europäischen Partnern ein verlässliches Verhandlungsformat aufbauen. Ziel sei die Bildung einer europäischen Kontaktgruppe, die die Kommunikation mit der ukrainischen Regierung aufrechterhält und Vorschläge zur Konfliktlösung erarbeitet.
Brantner betonte, dass Europa die diplomatische Verantwortung übernehmen müsse, insbesondere wenn die USA sich vorübergehend aus der Vermittlerrolle zurückziehen sollten. Sie bezeichnete dies nicht nur als Notlösung, sondern als historische Verantwortung für Europa. Ein zögerliches Handeln sei nicht akzeptabel; die Initiative müsse aktiv gestaltet werden.
Darüber hinaus forderte sie, den Druck auf Russland zu erhöhen, unter anderem durch neue Sanktionen und Maßnahmen gegen russische Schattenflotten. Die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine solle ebenfalls in Betracht gezogen werden. Brantner machte deutlich, dass Europa die politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung für die Ukraine ausbauen sollte.
Sie warnte davor, dass die Europäer nicht als passive Zuschauer auftreten dürften, während Russland versuche, seine Kriegsziele mittels Terror gegen die Zivilbevölkerung durchzusetzen.