Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der Union, Dennis Radtke, hat die Koalition aus Union und SPD aufgefordert, noch vor der Sommerpause umfassende Sozialreformen zu beschließen. In einem Gastbeitrag für die „Rheinische Post“ äußerte Radtke die Notwendigkeit, parteiinterne Differenzen zu überwinden und eine lösungsorientierte Kommunikation zu fördern.
Zu seinen Vorschlägen zählt eine Erhöhung der Reichensteuer um drei Prozent sowie die Streichung der Verschonungsbedarfsprüfung bei der Erbschaftsteuer. Radtke argumentierte, dass das Elternhaus und der Handwerksbetrieb ohne steuerliche Hürden an die nächste Generation übergeben werden sollten, ohne dabei milliardenschwere Vermögen steuerfrei zu belassen.
Er stellte zudem in den Raum, dass die Streichung eines Feiertages in der Diskussion nicht tabu sein sollte, wenn das Gesamtpaket der Reformen stimmig sei und den Bürgern helfe. Auch Maßnahmen zur Förderung des Immobilienerwerbs schlug er vor, darunter die Aufhebung der Steuerfreiheit bei hohen Veräußerungsgewinnen nach zehn Jahren und die Einführung einer Besteuerung von zehn Prozent bei hohen Freibeträgen. Radtke betonte, dies könne für die Union tragbar sein und jungen Familien den Eigentumserwerb erleichtern.
Darüber hinaus forderte er eine stärkere Entlastung der Industrie, um die Grundstoffindustrie in Deutschland zu sichern. Radtke wies darauf hin, dass es für Unternehmen in Bereichen wie Chemie, Stahl und Aluminium zeitlich begrenzte finanzielle Entlastungen geben müsse, um ein Wachstum zu fördern. Dabei könne der Staat über einen Fonds unterstützen, ohne direkt operativ einzugreifen.