Ifo-Institut äußert Bedenken gegen geplante Erhöhung der Reichensteuer

Ifo-Institut äußert Bedenken gegen geplante Erhöhung der Reichensteuer

Juli 2, 2026
1 min. lesezeit

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, hat die geplante Erhöhung der sogenannten Reichensteuer scharf kritisiert. Ab einem Einkommen von 250.000 Euro solle der Steuersatz auf 45 Prozent und ab 280.000 Euro auf 47 Prozent steigen. Fuest äußerte sich hierzu in einem Interview mit dem „Spiegel“ und bezeichnete den sprunghaften Anstieg der Steuerlast nach einer Einkommensgrenze von nur 30.000 Euro als schwer nachvollziehbar. Er wies darauf hin, dass dieser Schritt politisch motiviert sei und keinen ökonomischen Sinn mache.

Fuest warnte zudem, dass die Erhöhung der Steuerlast in Verbindung mit steigenden Rentenbeiträgen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen belasten würde. Mit der Solidaritätszuschlag-Belastung käme man insgesamt knapp an die 50-Prozent-Marke, was Investitionen in Deutschland weiter hemmen könne.

Die Bundesregierung plant im Rahmen ihrer Steuerpolitik Entlastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro bei der Einkommensteuer. Fuest kritisierte jedoch, dass ein Plan zur Kürzung von Staatsausgaben fehle, was er als größte Schwäche des Reformpakets ansieht.

Marie-Christine Ostermann, Präsidentin des Verbands der Familienunternehmer, schloss sich der Kritik Fuests an und betonte, dass die Einkommensteuer für die Mehrheit der Familienunternehmen im Land eine Unternehmenssteuer sei. Sie wies auf die zusätzliche Belastung durch das Rentenpaket hin und forderte eine steuerliche Entlastung für Unternehmen. Höhere Steuerbelastungen sowie steigende Arbeitskosten führten zu einer Verringerung der Investitionsbereitschaft, was auf lange Sicht auch das Wachstum in Deutschland gefährden könne.

Ostermann forderte die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für alle Unternehmen abzuschaffen, um eine spürbare Entlastung zu schaffen. Sie betonte, dass die steuerliche und finanzielle Entlastung für Unternehmen von größter Bedeutung sei, um künftige Investitionen und Wachstum zu fördern.

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