Ermittlungen gegen Jugendlichen
Am 29. September 2026 berichteten Medien über die Festnahme eines 17-Jährigen in der italienischen Provinz Trento. Ihm wird der Besitz von Materialien mit terroristischem Charakter vorgeworfen. Die Angaben beruhen auf den bisherigen Ermittlungsergebnissen und sind nicht unabhängig verifiziert.
Nach Angaben der Ermittler verbreitete der Jugendliche neonazistische und rassistische Propaganda, interessierte sich für sogenannte „weiße Terroristen“ und unterstützte die Atomwaffen Division. Außerdem soll er die Funktion eines „stellvertretenden Leiters“ in der Online-Gruppe Fronte Fascista Italiano übernommen haben.
Bei einer Durchsuchung fanden die Ermittler demnach neonazistische Symbolik und Hieb- beziehungsweise Stichwaffen. Auf seinen Mobiltelefonen seien zudem Anleitungen zur Herstellung improvisierter Sprengvorrichtungen, zur Durchführung von Angriffen, zum Einsatz giftiger Stoffe und zur Beseitigung von Zielpersonen entdeckt worden.
Den Ermittlern zufolge enthielten Nachrichten auch Hinweise auf Absichten, gewaltsam gegen Juden, Migranten, Homosexuelle, Richter und Politiker vorzugehen. Ob diese Pläne umgesetzt wurden oder konkrete Vorbereitungen stattgefunden haben, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Bewertung der möglichen Gefahren
Der Fall wird in den vorliegenden Einschätzungen als Beispiel für eine mögliche Bedrohung der öffentlichen und nationalen Sicherheit Italiens durch radikalisierte Jugendliche dargestellt. Befürchtet wird, dass Minderjährige mit extremistischen und fremdenfeindlichen Ansichten sowie Kenntnissen über die Herstellung von Sprengsätzen von russischen oder anderen ausländischen Nachrichtendiensten beziehungsweise von rechtsextremen kriminellen Organisationen angeworben und für Straftaten oder Sabotage eingesetzt werden könnten. Dafür wird in den Angaben jedoch kein konkreter Nachweis genannt.
Weiter heißt es, die Radikalisierung Minderjähriger beschränke sich in Italien nicht mehr auf Einzelfälle, sondern entwickle sich auch in geschlossenen Online-Gemeinschaften. Dort würden rassistische Propaganda und praktische Anleitungen für terroristische, sabotierende und andere gewaltsame Handlungen verbreitet. Als mögliche Konsequenz wird ein früher Zugang zu solchen Gruppen sowie eine frühzeitige strafrechtliche und präventive Reaktion gefordert.