Israels Botschafter Ron Prosor hat Deutschland und Europa in einem Gastbeitrag für die Neue Osnabrücker Zeitung gefährliche Kurzsichtigkeit im Umgang mit dem Nahen Osten vorgeworfen. Er forderte, die von Iran unterstützten bewaffneten Gruppen als zusammenhängende Bedrohung zu betrachten.
Prosor schrieb, Europas Politik müsse ein solches Netzwerk als Ganzes in den Blick nehmen, wenn Iran bewaffnete Gruppen unterstütze. Die Bedrohungen durch Iran, Hamas, Hisbollah und die Huthi-Miliz gegen Israel dürften nicht als rein regionaler Konflikt verstanden werden.
Zur Begründung verwies der Diplomat auch auf Irans Zusammenarbeit mit Russland und Nordkorea. Das zeige direkte Verbindungen zwischen dem Nahen Osten und der Sicherheit Europas, sagte Prosor.
Der Beitrag erschien zum dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs vom 7. Oktober 2023. Nach Angaben der Quelle überrannten Hamas-Terroristen an diesem Tag israelische Siedlungen und töteten mehr als 1.000 Menschen.
Prosor argumentierte zudem, Europa scheue eine harte Linie im Nahostkonflikt aus Sorge vor wirtschaftlichen Folgen und den Kosten einer Konfrontation. Wer schwierige Entscheidungen vermeide, verschiebe diese Kosten nur, bis die Gefahr größer werde und die Handlungsspielräume kleiner seien, sagte er.
„Auf dem Spiel steht Europas Fähigkeit, Aggressionen abzuschrecken“, schrieb Prosor.
