Eine geplante Erhöhung der Tabaksteuer in Deutschland soll nach einem Bericht den Zigarettenkonsum um etwa 25 Prozent senken und zugleich die Staatseinnahmen erhöhen. Das berichtet der Pro-Newsletter Gesundheit des Nachrichtenmagazins „Politico“ unter Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Kreise.
Die Schätzung stützt sich demnach auf Berechnungen des Bundesfinanzministeriums. Der Bericht weist zugleich darauf hin, dass diese Modelle Unsicherheiten enthalten können.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2025 in Deutschland 66,4 Milliarden Zigaretten versteuert. Ein Rückgang um 25 Prozent würde rechnerisch 16,6 Milliarden Zigaretten weniger bedeuten und die Zahl der versteuerten Zigaretten auf unter 50 Milliarden Stück drücken.
Die Steuererhöhung soll dem Staat in den kommenden vier Jahren rund 11,6 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen bringen. Für 2030 kalkuliert das Finanzministerium mit Gesamteinnahmen aus der Tabaksteuer von rund 21,3 Milliarden Euro.
Finanz- und Gesundheitspolitiker von Union, SPD und Grünen bezweifeln laut dem Bericht, dass diese Mehreinnahmen erreicht werden. Sie rechnen demnach damit, dass Verbraucher stärker auf günstigere Angebote, Käufe im Ausland oder andere Ausweichmöglichkeiten setzen könnten.
Die geplante Anhebung folgt damit zwei Zielen: Sie soll den Bundeshaushalt stützen und zugleich den Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten verringern. Im politischen Streit um die Höhe der Abgaben prallen dabei vor allem fiskalische und gesundheitspolitische Interessen aufeinander.
