Katherina Reiche vor blauem Hintergrund.
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, in Berlin: In Europa sind die Füllstände der Gasspeicher sehr niedrig. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Gasnetzbetreiber warnen vor niedrigen Speicherständen in Europa

Oktober 9, 2026
1 min. lesezeit

Europas Gasspeicher sind nach Angaben von Netzbetreibern und EU-Vertretern nur unzureichend gefüllt. Sie warnen vor einem angespannten Winter und rufen zu zusätzlichen Einspeisungen auf.

Die Betreiberorganisation Entsog erklärte, jeder zusätzlich verfügbare Energieträger helfe der Lage in Europa. Generaldirektor Piotr Kuš sagte: „Jedes zusätzliche heute verfügbare Molekül – entweder im Speicher oder über LNG – stärkt die Lage in Europa“. Zugleich sehe Entsog keine Gefahr für die Versorgung.

Nach Angaben der Netzbetreiber liegt der EU-Speicherstand bei 72 Prozent und damit auf einem „historisch niedrigen“ Niveau. In Deutschland meldete die Bundesnetzagentur am Mittwoch einen Füllstand von 59,2 Prozent und damit unter dem Durchschnitt.

Das EU-Ziel, die Speicher bis Anfang November zu 80 Prozent zu füllen, ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur in Deutschland nicht mehr erreichbar. Deutsche Behörden und Entsog erwarten dennoch keine Notlage in der Winterversorgung.

EU-Energiekommissar Dan Jørgensen hatte Ende September die Mitgliedstaaten in einem Schreiben aufgefordert, Maßnahmen zu prüfen oder fortzuführen, die Einspeisungen stützen oder die Nachfrage nach Gas und Strom senken. Aus dem Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche hieß es laut t-online und auf eine schriftliche Anfrage, die Versorgung sei auch ohne zusätzliche Einsparungen gesichert.

Der Gaspreis in Europa stieg am Donnerstag erstmals seit Dezember 2022 wieder über 80 Euro je Megawattstunde. Vor Beginn des Iran-Kriegs hatte Gas weniger als 30 Euro je MWh gekostet.

Die Netzbetreiber verweisen zwar auf die Flexibilität der europäischen Infrastruktur mit LNG-Terminals, halten eine zu starke Abhängigkeit davon in einem kalten Winter aber für riskant. Im vergangenen Winter spielte Speicher-Gas in Deutschland eine zentrale Rolle; an besonders kalten Tagen wurden mehr als drei Terawattstunden entnommen.

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