Boris Pistorius im dunklen Anzug und mit Krawatte vor neutralem Hintergrund.

Pistorius erklärt Hymne nach Protestmarsch gegen Rausch-Wahl

Oktober 9, 2026
1 min. lesezeit

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat erläutert, warum er nach dem Protestmarsch gegen die Wahl des AfD-Abgeordneten Tobias Rausch zum Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt am Bebelplatz die deutsche Nationalhymne angestimmt hat.

Pistorius sagte, ihm sei angesichts der Bedeutung des Ereignisses klar gewesen, dass sofort eine Reaktion nötig sei. Er habe das Mikrofon genommen und vorgeschlagen, vom Bundestag zum Bebelplatz zu marschieren.

Während des rund 20-minütigen Fußmarsches sei ihm die Idee gekommen, an dem historischen Ort der nationalsozialistischen Bücherverbrennung die Hymne anzustimmen. Damit habe er zeigen wollen, dass Demokratinnen und Demokraten die Farben Schwarz-Rot-Gold nicht den Rechtsextremen überlassen dürften.

Die SPD hatte mit ihrem Protestmarsch auf die Wahl von Rausch reagiert. Die Aktion führte vom Bundestag durch das Brandenburger Tor zum Bebelplatz in Berlin.

Rausch erhielt in geheimer Abstimmung 48 von 82 abgegebenen Stimmen. Der Text beschreibt dies als den ersten Fall, in dem ein AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landesparlaments steht.

Pistorius sagte zudem, er habe die Hymne zuvor noch nie spontan öffentlich angestimmt. Die Reaktionen auf das gemeinsame Singen seien sehr gut gewesen, sagte er; das habe weniger an seinem Gesang gelegen als an der Tatsache, dass die Hymne gesungen worden sei.

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