Mehrere Politiker sitzen an einem Sitzungstisch im Landtag, im Hintergrund das Wappen von Sachsen-Anhalt.

Mindestens drei CDU-Abgeordnete widersprechen Angaben zur Rausch-Wahl

Oktober 10, 2026
1 min. lesezeit

Mindestens drei CDU-Abgeordnete im Landtag von Sachsen-Anhalt haben nach einem Bericht der „taz“ falsche Angaben zu ihrem Abstimmungsverhalten bei der Wahl des AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gemacht.

Acht Christdemokraten erklärten demnach, sie hätten sich enthalten. Gezählt wurden am Dienstag aber nur fünf Enthaltungen. Rausch erhielt 48 Ja-Stimmen und wurde in das Amt gewählt.

AfD und BSW verfügen zusammen über 44 Abgeordnete. Für Rausch mussten daher mindestens vier Stimmen aus anderen Fraktionen hinzugekommen sein.

CDU-Fraktionschef Sven Schulze hatte seiner Fraktion empfohlen, sich zu enthalten. Von den insgesamt 15 CDU-Abgeordneten wurden letztlich fünf Enthaltungen gezählt.

Gegenüber der „taz“ erklärten Chris Schulenburg, Guido Heuer, Lars-Jörn Zimmer, Daniel Sturm, Marco Tullner, Stefan Ruland, Karin Tschernich-Weiske und Carsten Borchert mündlich, schriftlich oder telefonisch, sie hätten sich enthalten. Ulrich Thomas und René Barthel beantworteten mehrere Anfragen nicht.

Sven Schulze, Sandra Hietel-Heuer, Tobias Krull und Tim Teßmann gaben dagegen an, mit Nein gestimmt zu haben. Frank Bommersbach fehlte krankheitsbedingt.

Die Abstimmungen waren geheim; individuelle Stimmabgaben wurden nicht öffentlich dokumentiert. Bei der Wahl von Hans-Thomas Tillschneider zum Vize-Landtagspräsidenten erklärten alle antwortenden CDU-Abgeordneten, mit Nein gestimmt zu haben. Tillschneider erhielt 44 Stimmen.

Erstmals steht damit in Deutschland ein AfD-Abgeordneter an der Spitze eines Landesparlaments.

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