Die AfD hat ihren Bundesparteitag in Erfurt am Sonntagmorgen fortgesetzt. Im Mittelpunkt des zweiten und letzten Tags des Parteitreffens stehen Beratungen über Änderungen an der Parteisatzung sowie andere interne Regularien.
Größere inhaltliche Kontroversen werden nicht erwartet. Die wiedergewählten Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel werden zum Abschluss zu den Delegierten sprechen. Massive Proteste, wie am Vortag, sind nicht zu erwarten. Bisher sind lediglich eine Fahrraddemo des ADFC und ein Kaffeetrinken der Gruppe „Omas gegen Rechts“ angemeldet. Viele Demonstranten, die zuvor mit Bussen in die Thüringer Landeshauptstadt gereist waren, sind bereits abgereist. Die Zugangswege zur Messe sind, abgesehen von der starken Polizeipräsenz, menschenleer. Versuche, den Parteitag durch Blockaden zu verhindern oder zu verzögern, sind am Vortag gescheitert, da die Mehrheit der Delegierten bereits in der Nacht zur Messe gekommen war.
Nach Angaben der Polizei nahmen insgesamt etwa 31.000 Menschen an den Protesten in und um Erfurt teil. Zusätzlich sollen rund 10.000 Personen an verschiedenen Blockadeaktionen beteiligt gewesen sein. Die Veranstalter berichteten von rund 50.000 Protestierenden. Obwohl es größtenteils friedlich blieb, gab es auch einige Ausschreitungen, bei denen die Polizei Pfefferspray einsetzte, sowie Angriffe auf mehrere Medienvertreter. Insgesamt registrierte die Polizei mindestens 48 Straftaten und elf Ordnungswidrigkeiten.