Fast alle rund 3.000 Mitarbeiter des Auswärtigen Amts (AA) sollen in naher Zukunft eine neue E-Mail-Adresse erhalten. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden internen Umbaus, der von Minister Johann Wadephul (CDU) angestoßen wurde. Die geplante Reform umfasst eine Umbenennung aller Arbeitseinheiten in der Zentrale des AA. Im Herbst 2026 sind außerdem Bürowechsel für Mitarbeiter vorgesehen, deren Referate in neue Abteilungen verlagert werden.
Im Rahmen der Umstrukturierung sollen vier Unterabteilungen und neun Referate des Auswärtigen Amts wegfallen oder fusioniert werden. Die Zuständigkeiten ändern sich ebenfalls: So wird das Referat für die USA und Kanada in eine neu gegründete Amerika-Abteilung integriert, die sowohl Nord- als auch Lateinamerika abdecken wird. Die Verantwortung für Angelegenheiten bezüglich Russland und der Ukraine wird an die Europaabteilung übertragen.
Erfahrene Diplomaten äußern Bedenken bezüglich der Schwächung der Rolle des Politischen Direktors. Aus dem Ministerium wird darauf hingewiesen, dass diese Position weiterhin eine zentrale Rolle in der Steuerung sicherheitspolitischer Themen auf Abteilungsebene behalte. Der derzeitige Amtsinhaber, Dominik Mutter, ist für die Umsetzung der Veränderungen verantwortlich.
Maßgeblich hinter der Reform stehen die beiden Staatssekretäre Géza Andreas von Geyr und Bernhard Kotsch, deren Plan innerhalb des Hauses auf Widerstand stößt. Kritiker bemängeln, dass beide Staatssekretäre in den letzten 20 Jahren nicht in der Zentrale des Auswärtigen Amts gedient haben und dadurch wichtige Arbeitsabläufe nicht ausreichend verstehen.
Das Auswärtige Amt bezeichnet die bevorstehenden Umstrukturierungen als die größte Reform seit geraumer Zeit. Man betont, dass Veränderungen in der globalen und europäischen Lage eine Anpassung der Arbeitsweise des Auswärtigen Dienstes erforderten.