Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat die Gesundheitspolitik der Bundesregierung kritisiert und fordert eine klare Bekenntnis zur Stärkung der Apotheken. Am Freitag werden im Bundestag und Bundesrat parallel das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beraten. Während das erste Gesetz darauf abzielt, die Kompetenzen der Apotheken in der Patientenversorgung auszubauen, drohen durch das Spargesetz neue finanzielle Belastungen.
ABDA-Präsident Thomas Preis äußerte, dass die gleichzeitige Erhöhung des Apothekenabschlags von 1,77 Euro auf 2,07 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament das Apothekenhonorar verringern würde, was den Investitionen in neue Dienstleistungen und die Schaffung eines wirtschaftlich gesunden Apothekenbetriebs zuwiderlaufe. Preis betonte, dass eine neue Versorgungsstruktur in Deutschland nur mit einer stabilen finanziellen Basis für die Apotheken realisierbar sei.
Zudem verwies die ABDA auf eine begonnene Petition, die von rund 315.000 Bürgern unterstützt wird. Diese setzt sich für die wirtschaftliche Stärkung der Apotheken ein, wie im Koalitionsvertrag versprochen. Preis forderte die Politik auf, die angekündigten Maßnahmen konsequent umzusetzen, um die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.
Hintergrund der aktuellen Geschehnisse ist das Bestreben, die Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung zu stärken und gleichzeitig durch das GKV-Spargesetz erhebliche finanzielle Einschnitte vorzunehmen. Eine klare Strategie zur Verbesserung der Situation der Apotheken könnte für die zukünftige Gesundheitsversorgung in Deutschland entscheidend sein.