Ein möglicher Beitritt Kanadas zur Europäischen Union hat für die deutsche Bundesregierung derzeit keine Priorität. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur, dass ein Beitritt „nicht oberste Priorität“ ist. Dennoch schloss er eine weitere Untersuchung der Thematik nicht aus.
Kornelius betonte, dass Kanada und die EU bereits enge Beziehungen pflegen, vor allem durch die NATO-Mitgliedschaft und verschiedene transatlantische Kooperationen. Durch das Freihandelsabkommen seien zudem zahlreiche Optionen zur Zusammenarbeit geschaffen worden. Die Bundesregierung beabsichtigt, diesen Weg fortzusetzen.
Zuvor hatte Finnlands Präsident Alexander Stubb während eines Besuchs in Kanada geäußert, dass er sich eine deutlich größere EU vorstelle und dass die Entscheidung über einen Beitritt Kanadas den Kanadiern selbst obliege. Eine aktuelle Umfrage der kanadischen Tageszeitung „The Globe and Mail“ zeigt, dass fast 60 Prozent der Kanadier befürworten, einen Beitritt Kanadas zur EU zu prüfen.