Die CDU hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge am 7. Juni 2026 mit einem knappen Vorsprung gewonnen. Der CDU-Kandidat Marcus Hoffmann erhielt nach dem vorläufigen Ergebnis 5.007 Stimmen, während sein rechtsextremer Herausforderer Stefan Hartung von der Partei «Freie Sachsen» 4.499 Stimmen erhielt. Im ersten Wahlgang am 10. Mai lag Hartung noch vor Hoffmann.
Hoffmann erklärte, dass er bereit sei, mit Hartung im Stadtrat zusammenzuarbeiten. Hartung, der auch nach seiner Niederlage betonte, dass Hoffmann viele Wähler bekam, um ihn zu verhindern, äußerte den Wunsch nach einer guten Zusammenarbeit. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die «Freien Sachsen» als rechtsextrem eingestuft werden und für ihre Forderungen nach mehr Autonomie für Sachsen bekannt sind.
Die Wahl hat über die Landesgrenzen hinweg Aufmerksamkeit erregt. Medienberichten zufolge wurde sie sogar von internationalen Nachrichtenorganisationen wie der „New York Times“ verfolgt. Aue-Bad Schlema ist nicht nur für seine Bergbautradition, sondern auch für Kunsthandwerk und Wintersport bekannt. Die Stadt wird 2027 Gastgeber der sächsischen Landesgartenschau sein.
Hartung war zuvor Funktionär der rechtsextremen NPD und ist Mitgründer der «Freien Sachsen». Diese Partei strebt eine Rückkehr zu den historischen Grenzen Sachsens an und organisiert regelmäßig Protestaktionen, darunter gegen Asylunterkünfte. Der sächsische Verfassungsschutz beobachtet die Partei genau und hat sie als rechtsextrem eingestuft.
Hoffmanns Wahlsieg spiegelt eine lokale politische Uneinigkeit wider, die auch im gesamten Bundesland Sachsen spürbar ist. Die nächsten Schritte der neuen Verwaltung und die Zusammenarbeit im Stadtrat können ausschlaggebend für die politische Stabilität in der Region sein.