Der Chef des Sozialflügels der CDU, Dennis Radtke, hat sich für die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Erhöhung des BAföG ausgesprochen. Dies geschieht in einem Kontext, in dem Unionsfraktionschef Jens Spahn die realistischen Möglichkeiten für eine Erhöhung aufgrund des bestehenden Spardrucks in Frage stellt. Radtke betont, dass die Reform eine politische Verpflichtung gegenüber der jungen Generation darstellt und dass Sparmaßnahmen im Bildungsbereich langfristig die höchsten Kosten für den Staat verursachen.
Spahn hatte in einem Interview erklärt, dass angesichts des haushaltspolitischen Drucks eine Erhöhung von Leistungen wie Bürgergeld, Wohngeld und BAföG voraussichtlich nicht realisiert werden könne. Auch die CSU-Forschungsministerin Dorothee Bär äußerte sich skeptisch zur geplanten Erhöhung der Wohnkostenpauschale und der Angleichung des BAföG-Grundbedarfs an die Grundsicherung. Bär wies darauf hin, dass ihr Ministerium zwar an einem Gesetzentwurf arbeite, jedoch Anzeichen sehe, dass die Reform nicht mehr von den Regierungsfraktionen unterstützt werde.
Die Reaktionen auf diese Aussagen aus der SPD waren scharf. Vize-Fraktionschefin Wiebke Esdar erklärte, dass die SPD-Fraktion geschlossen für die Umsetzung der vereinbarten BAföG-Reform stehe und die Bärs Äußerungen als falsch erachte. Radtke teilt die Ansicht, dass in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten ein verlässliches BAföG für den Zugang zu Bildung notwendig sei. Demnach soll die vereinbarte Erhöhung zügig umgesetzt werden, um die realen Belastungen der Studierenden angemessen zu berücksichtigen.