Nach einem Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen, der zu einem großflächigen Stromausfall führte, haben die Ermittler den Verdacht auf Brandstiftung erhoben. Das Landeskriminalamt (LKA) teilte mit, dass ein möglicher Brandbeschleuniger sichergestellt werden konnte und alle vorhandenen Spuren ausgewertet würden. Der Staatsschutz sowie das Antiterrorzentrum beim LKA sind mit den Ermittlungen betraut.
Bei dem Vorfall in der Nacht zu Montag waren laut Innenminister Manuel Hagel etwa 7.600 Gebäude und rund 40.000 Menschen betroffen. Eine Polizeieinheit wurde in die betroffene Region verlegt, um die Sicherheit an kritischer Infrastruktur zu gewährleisten.
Die Untersuchungen richten sich gegenwärtig auf den Verdacht der vorsätzlichen Brandlegung und die gezielte Störung öffentlicher Einrichtungen. Hagel erklärte, dass die Ermittlungen ohne Vorurteile in alle Richtungen ausgeweitet werden. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise auf mögliche Täter oder deren Motiv. Die Spurensicherung, bei der auch ein Brandmittelspürhund eingesetzt wird, ist weiterhin aktiv.
Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West führte dazu, dass zeitweise Zehntausende Haushalte ohne Strom waren, ebenfalls betroffen war ein Krankenhaus. Schäden, die durch den Brand und den Stromausfall entstanden sind, betragen mehrere Millionen Euro. Erste Teile der Stromversorgung konnten am Montagmorgen wiederhergestellt werden, während in den nachfolgenden Stunden weitere Haushalte versorgt wurden.
Der Vorfall erinnert an frühere Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin, die mutmaßlich von Linksextremisten verübt wurden. Diese Erlebnisse werfen Fragen zur Sicherheit der öffentlichen Infrastruktur auf und verstärken das Augenmerk auf potenzielle Bedrohungen in diesem Bereich.