Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Esra Limbacher, hat seine Partei zu einer stärkeren Reformbereitschaft aufgefordert. In einem Interview mit der „Bild“ (Donnerstagsausgabe) betonte Limbacher, dass Sozialdemokraten historisch gesehen meist die treibende Kraft für große Reformen waren und dass dieser Anspruch auch heute gelten müsse. Deutschland könne nur stark bleiben, wenn die Parteien bereit seien, Veränderungen aktiv anzugehen.
Limbacher verwies auf die „finanzpolitischen Weichenstellungen“ unter dem SPD-Bundesfinanzminister Lars Klingbeil als wesentlichen Fortschritt. Angesichts der globalen Herausforderungen, so Limbacher, erwarte die Öffentlichkeit von der Bundesregierung mehr Mut zur Veränderung. Ferner kritisierte er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und forderte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Reformen. Limbacher wies darauf hin, dass eine Reformdebatte nicht mit der unbedachten Art eines „Elefanten im Porzellanladen“ geführt werden könne; dies führe nur zu negativen Konsequenzen.
Der SPD-Politiker stellte auch fest, dass das Auftreten von Merz auf internationaler Ebene nicht ausreiche, um sein Amt zu legitimieren. Der aktuelle Zuspruch für Merz liege unter dem Niveau seines Vorgängers Olaf Scholz. Damit verdeutlichte Limbacher, dass Reformen und das Vertrauen der Wähler eng miteinander verbunden sind.