Die EU-Kommission warnt vor einer möglichen neuen Migrationskrise infolge des Iran-Kriegs. Laut interner, vertraulicher kommunizierter Informationen könnten erhebliche Fluchtbewegungen aus dem Iran und den angrenzenden Regionen drohen. In einem Protokoll einer Sitzung europäischer Diplomaten in Brüssel wurde festgehalten, dass bereits Bewegungen von Bevölkerungsteilen in ländliche Gebiete und Küstenregionen beobachtet werden. Ein anhaltender Konflikt könnte zur humanitären Krise nicht nur im Iran, sondern auch in den Nachbarländern führen.
Besonders besorgt zeigt sich die Kommission über die Situation von etwa 2,5 Millionen Afghanen, die sich im Iran aufhalten. Diese Geflüchteten könnten bei einer Destabilisierung des Landes ebenfalls in Nachbarstaaten fliehen. Insbesondere die Türkei, als Hauptzielland für iranische Flüchtlinge, ist alarmiert und plant, an ihrer Grenze Pufferzonen einzurichten sowie eine Zeltstadt für bis zu 90.000 Menschen zu errichten.
Die EU-Kommission hat derzeit noch keine konkreten Zahlen zu möglichen Flüchtlingsströmen, sieht aber die Notwendigkeit, frühzeitig auf die Situation zu reagieren. Die Ängste um eine Rekapitalisierung der europäischen Migrationswelle ähnlich der Situation von 2015 sind präsent. Für die internationale Gemeinschaft besteht die Herausforderung, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die bevorstehenden humanitären Notlagen zu adressieren.