Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet aufgrund des Iran-Kriegs mit einem Anstieg der Inflation und einem Rückgang des Wirtschaftswachstums im Euroraum. Für das Jahr 2026 erwartet die EZB eine durchschnittliche Teuerungsrate von 3,0 Prozent. Diese Zahl liegt deutlich über dem mittelfristigen Ziel von 2,0 Prozent, das die EZB als notwendig erachtet, um die Stabilität des Euro und die Kaufkraft der Bürger zu gewährleisten.
Im Dezember 2025 hatte die EZB noch mit einer Inflationsrate von 1,9 Prozent gerechnet. Im März wurde die Prognose jedoch auf 2,6 Prozent nach oben korrigiert, nachdem die Kämpfe im Nahen Osten einen Anstieg der Energiepreise verursacht hatten. Für das Jahr 2027 prognostiziert die EZB eine Inflation von 2,3 Prozent, wobei das Ziel von 2,0 Prozent erst 2028 wieder erreicht werden soll.
Parallel zu den steigenden Preisen trüben sich auch die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum. Die EZB geht nun von einem Wachstum von nur 0,8 Prozent im laufenden Jahr aus, in 2027 wird ein Anstieg von 1,2 Prozent prognostiziert. Diese Anpassungen sind eine Reaktion auf die Folgen des Krieges und die gestiegenen Energiepreise. Im März hatte die EZB noch ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent für 2026 und 1,3 Prozent für 2027 erwartet.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des anhaltenden Konflikts zeigen sich bereits im ersten Quartal 2026, in dem die Wirtschaftsleistung im Euroraum leicht schrumpfte. Die Unsicherheit durch die geopolitischen Ereignisse und die erhöhten Ölpreise belasten Unternehmen und Verbraucher zunehmend.