Gut zwei Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin hat die CDU ihren Spitzenkandidaten gewechselt. Finanzsenator Stefan Evers soll die Nachfolge von Kai Wegner antreten, der auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz seinen Rückzug angekündigt hat. Dieser Schritt ist die Konsequenz aus monatelangen Debatten über seine Fehltritte im Krisenmanagement während eines Stromausfalls im Januar.
Evers, der seit 2023 Finanzsenator ist und auch die Leitung des Kulturressorts übernommen hat, wurde von den CDU-Kreisvorsitzenden der Hauptstadt gewählt. Eine endgültige Entscheidung darüber muss noch der CDU-Landesvorstand treffen. Evers soll in dieser Rolle auch kommissarisch zum Landeschef der CDU ernannt werden.
Kai Wegner gab seinen Rücktritt bekannt, nachdem Unstimmigkeiten über seine Aktivitäten an einem Krisentag ans Tageslicht kamen. Unter anderem hatte er an diesem Tag Tennis gespielt, während die Stadt unter den Folgen eines großflächigen Stromausfalls litt. Der Druck auf Wegner seitens der Parteikollegen war in den letzten Wochen gewachsen, was schließlich zu seinem Rückzug führte. Er will bis zur Wahl am 20. September im Amt bleiben.
Die Berliner Wahl zum Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt. Die CDU steht unter Druck, einen klaren Kurs für den bevorstehenden Wahlkampf zu bestimmen. Evers’ Kandidatur stellt einen Versuch dar, die Position der Partei in der Hauptstadt neu zu stärken.