Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, hat vor der am Donnerstag in Hamburg beginnenden Justizministerkonferenz schnellere Verfahren für Kriminalfälle und eine Erweiterung der Haftplätze in Deutschland gefordert. Kopelke wies darauf hin, dass die Arbeit der Polizei oft in großen Aktenbergen ende, was die Ermittlungsarbeit erschwere.
Er betonte, dass sowohl die Justiz als auch die Polizei sofortige finanzielle Unterstützung und zusätzliche Ressourcen benötigen. „Es muss ein Ende haben, dass wir Polizisten für den Papierkorb arbeiten“, so Kopelke. Er forderte eine stärkere Rechtsstaatskette, um die steigende Kriminalität zu bekämpfen.
Für eine effektive Kriminalitätsbekämpfung schlägt der GdP-Chef vor, die Verhängung von Strafen zu beschleunigen. Die gegenwärtige Praxis, bei Verurteilungen häufig auf Bewährungsstrafen zurückzugreifen, müsse überdacht werden. Stattdessen seien mehr Haftplätze und die Möglichkeit zur Gefängnishaft erforderlich.
Kopelke sieht die Justizministerkonferenz in der Verantwortung, der sich zuspitzenden Kriminalitätslage entgegenzutreten. Ein Kollaps der Strafjustiz müsse abgewendet werden, um eine grundlegende Wende herbeizuführen.