In zehn der 16 Bundesländer Deutschlands sind die Gefängnisse vollbelegt. Dies ergibt sich aus einer Befragung des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ unter den Justizbehörden der Länder. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Sommer 2025 hat sich die Lage in diesen Ländern verschlechtert. Nur in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland sank die Belegungsquote der Justizvollzugsanstalten. Insbesondere Hamburg verzeichnet eine stabile Auslastung von 96 Prozent.
Bundesweit beträgt die durchschnittliche Belegung der Haftplätze im Frühjahr 2026 über 86 Prozent. Die Situation ist in Bremen am angespanntesten, wo die Belegungsquote am 1. März 2026 bei 103 Prozent lag. Auch Rheinland-Pfalz (97,2 Prozent), Hamburg (96 Prozent), Baden-Württemberg (92,93 Prozent), Hessen (91,9 Prozent) und das Saarland (91,47 Prozent) melden Werte über 90 Prozent.
In jedem Bundesland gibt es mindestens eine Justizvollzugsanstalt (JVA), die mehr als 85 Prozent ihrer Haftplätze auslastet. Besonders stark belastet sind mehrere Einrichtungen in Baden-Württemberg. In Rottweil beträgt die Belegungsquote 125 Prozent, in Offenburg 114 Prozent und in Ravensburg 113 Prozent.
Die Erhebung der Zahlen fand am 29. April 2026 statt. Die Justizbehörden lieferten teils tagesaktuelle Werte, teils veraltete Daten aus dem März oder April. In den Statistiken sind Männer, Frauen und Jugendliche erfasst, die eine Freiheitsstrafe verbüßen oder aus anderen Gründen inhaftiert sind.