Führende Mitglieder der Grünen betrachten die Wahl von Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten in einer grün-schwarzen Koalition in Baden-Württemberg als Modell für die Bundespolitik. Der Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour betonte in einem Interview, dass Özdemir verdeutliche, wie grüne Politik Mehrheiten gewinnen könne, wenn sie die Belange der Mitte der Gesellschaft anspricht und sich nicht in der politischen Nische zurückzieht. Erfolgreiches Handeln erfordere, die Menschen zu fordern, ohne sie zu überfordern, und ihnen zuzuhören, anstatt zu predigen.
Nouripour forderte die Partei zu Geschlossenheit auf und warnt davor, dass zerstrittene Parteien bei Wahlen unattraktiv seien. Er appellierte an die Mitglieder, die Fraktions- und Parteivorsitzenden Felix Banaszak und Franziska Brantner auf dem kommenden Parteitag im Herbst mit guten Ergebnissen zu bestätigen.
Sebastian Schäfer, Koordinator des Realo-Flügels in der Grünen-Bundestagsfraktion, unterstrich, dass Özdemirs Erfolg eine zentrale Orientierung für die Zukunft der Grünen auf Bundesebene darstellt. Die Partei steht vor der Herausforderung, ihre Positionen an die gesellschaftlichen Bedürfnisse anzupassen, um auch weiterhin Wähler zu mobilisieren.