Die Grünen haben in der aktuellen Diskussion zur Steuerreform einen Vorschlag zur Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 45 Prozent für Jahreseinkommen ab 120.000 Euro präsentiert. Dies teilte Andreas Audretsch, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, gegenüber der „Rheinischen Post“ mit.
Zusätzlich wird angeregt, den Grundfreibetrag um 500 Euro aufzustocken und den Arbeitnehmerpauschbetrag auf 1.500 Euro zu erhöhen. Laut Audretsch soll dies die steuerliche Belastung für niedrige Einkommen verringern. Die höheren Steuersätze für wohlhabendere Bürger seien eine geeignete Maßnahme zur Finanzierung dieser Entlastungen. So würden Familien mit zwei Kindern von einer jährlichen Entlastung in Höhe von etwa 120 bis 150 Euro profitieren.
Audretsch äußerte sich zudem kritisch zu den Plänen der Union, die er als finanziell unrealistisch einschätzte. Die Vorschläge würden einen Kostenrahmen von 30 Milliarden Euro umfassen und hauptsächlich Menschen mit hohen Einkommen entlasten, was er als ungerecht bezeichnete. Nach seiner Ansicht haben die Vorschläge der Union keinen realistischen Finanzierungsspielraum und seien nicht umsetzbar.
Zudem forderte er eine Weiterentwicklung des steuerlichen Optionsmodells, um Personengesellschaften vor einer Belastung zu bewahren.